Deutsch English

3039 Trommel

3039 Trommel
Bild vergrößern

800,00 EUR

inkl. 7 % MwSt. zzgl. Versandkosten

Lieferzeit: Sofortversand

Art.Nr.: 3039

3039 Trommel 3039 Trommel 3039 Trommel 3039 Trommel

Beschreibung

Trommel aus dem Dorf Pupis. Der Griff zeigt zwei Kakadu-Schnabel. Am Trommelkörper findet man sparsam eingravierte Ornamente.
Die Trommel wurde während des ce ti - Festes erworben, das im Buch "Asmat- Mythen und Rituale" dokumentiert wurde.

Die Trommeln der Asmat sind samt dem Griff aus einem einzigen Stück Weichholz hergestellt und immer sanduhrförmig. Von einem geeigneten Baumstamm wird ein Stück in der gewünschten Länge abgetrennt, entrindet und einige Zeit zum Trocknen liegen gelassen. Dann wird der Trommelkörper nach und nach mit glühenden Holzscheiten ausgehöhlt. Das verkohlte Holz wird herausgeschabt. 
Die Trommeln aller Gruppen haben am oberen Rand eine breite, eingekerbte Rille, an der ein Trommelfell aus Waranhaut (monitor lizard) mit einer Mischung aus Blut (Blut des späteren Besitzers) und Kalk befestigt wird und mit einem umwickelten oder geflochtenen Rattanring gesichert ist. Kleine Kugeln aus Bienenwachs auf der Bespannungshaut schwächen unerwünschte Vibrationen ab und beeinflussen den Klang. Gestimmt wird die Trommel, indem man sie kurz nah ans Feuer hält, wodurch sich die erschlaffte Bespannung wieder strafft.
Je nach Herkunftsgruppe kann der Trommelkörper kurz oder sehr lang sein. Die größten Trommeln kommen in der Safangruppe, die kleinsten bei den Emari Ducur vor. Der Trommelkörper ist entweder völlig unverziert, mit Einritzungen geschmückt oder sehr reich dekoriert.
Viele Trommeln zeigen vier vorspringende und durchbohrte Wölbungen, Wülste oder anders geformte Erhebungen - von den Asmat ‘Ohren’ genannt -, an denen Schmuckquasten befestigt werden können. Sie sind symmetrisch an jeder Seite des Griffs angeordnet - zwei oben, zwei unten. Bei einigen Trommeln sind sie tatsächlich in Form eines Ohrs mit einer geschnitzten Quaste ausgeführt.
Die Länge der Griffe und ihr Symbol- und Motivinhalt hängen von der kulturellen Eigenart der jeweiligen Gruppe ab. Die Variationen reichen von schlichten, quadratischen Formen bis zu komplizierten Kombinationen aus anthropomorphen Figuren, Vogelschnäbeln und anderen Motiven.
In den vergangenen Jahren führte eine Anzahl von Schnitzern aus Dörfern an der Küste Hartholz als Material für Trommeln ein. Sie veränderten auch die traditionelle Ausschmückung zugunsten einer zunehmend komplexer werdenden Motivgestaltung. Hartholz erwies sich als hervorragend geeignet, um filigrane Objekte zu schnitzen.Trommeln werden von den Asmat sehr sorgfältig behandelt. Man bewahrt sie auf eigenen Ablagen über der Feuerstelle auf, wo sie vor Feuchtigkeit und Schädlingen geschützt sind. Rauch, Ruß und menschlicher Schweiß ergeben mit der Zeit eine schwarzglänzende Patina. So können Trommeln Jahrzehnte alt werden. Oft werden sie vom Vater auf den Sohn vererbt.
Trommeln werden am Griff gehalten oder zwischen Arm und Hüfte eingeklemmt und mit nur einer Hand geschlagen.

 

Details

Künstler: Pilipus Simawe
Material: Holz, Waranhaut, Rattan, Wachs
Bemalung: dunkle Patina durch Gebrauch
Höhe / Länge: 65 cm
Breite: 19,5 cm
Sammler: Konrad
Region: Unir Sirau
Dorf: Pupis

 

[weiter>] | [Letztes>>] | 4 Artikel in dieser Kategorie